Christliche PfadfinderInnen der Adventjugend Darmstadt-Marienhöhe

Leitbild und Satzung

Vom Landesverband wurde eine umfassende Broschüre über Inhalte, Strukturen und Rechtsgrundlagen von CPA Mittelrhein, sowie Arbeitshilfen für Ortsgruppen, veröffentlich. Sie kann hier heruntergeladen werden.

Motivation unseres Handelns

Aus unserem christlichen Glauben und Weltbild heraus verstehen wir den Menschen als ein von Gott zu seinem Ebenbild geschaffenes Wesen. Er ist schon deshalb mit Wert und Würde ausgestattet. Er entwickelt sich als soziales und kommunikatives Geschöpf im Dialog mit seiner Umwelt. Sein Dasein erlebt er in einer Spannung zwischen der Sehnsucht nach gelungenem Leben und der Erfahrung eigenen Scheiterns.

Zu einem glücklichen Leben gehören die Erfahrung von Liebe und unbedingter Annahme, gelungene Beziehungen, ein sinngebendes Lebenskonzept, sowie die Spannung zwischen dem Gefühl von Sicherheit und der Herausforderung Grenzen zu erfahren. Als Ebenbild eines schöpferischen Gottes ist der Mensch selbst ein kreatives Wesen und hat das Bedürfnis, Umwelt und Gesellschaft zu gestalten.

Als Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend glauben wir, dass Gott uns in Jesus Christus das Angebot eines solchen gelungenen Lebens macht. Dies beinhaltet eine Perspektive von Zukunft, die über den Tod hinausreicht. Jeder, der sich seiner eigenen Unvollkommenheit bewusst ist und in eine Beziehung zu Gott tritt, erhält von ihm dieses Leben als Geschenk. Es ist weder geknüpft an die Einhaltung von Regeln und Wertmaßstäben, noch kann es durch eigene Leistungen erworben werden.

Dieses Leben entsteht nicht erst in der zukünftigen Welt Gottes, sondern beginnt sich bereits hier zu realisieren. Wir wollen Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu einem solchen Leben begleiten und sie für ein ganzheitliches biblisches Lebenskonzept gewinnen.

Fokus unseres Handelns

Für unsere Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben wir daher 3 Lebensziele:

  • Wir wollen sie in ihrer Entwicklung zu mündigen, konfliktfähigen und toleranten Persönlichkeiten fördern. Sie werden motiviert, ihre eigenen Fähigkeiten auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene zu entwickeln.
  • Wir wollen ihnen ein erfülltes Leben mit Jesus Christus aufzeigen und sie ermutigen, eine lebendige Beziehung zu ihm zu bauen.
  • Wir wollen sie zur Verantwortung in unserer Gesellschaft und gegenüber unserer Natur führen. Sie werden ermutigt, sich in sozialen und politischen Bereichen zu engagieren.

Wege unseres Handelns

Zur Erreichung dieser individuellen Ziele handeln wir nach pädagogischen Prinzipien der weltweiten Pfadfinderbewegung:

  1. Look at the Boy
  2. Jeder unserer Pfadfinderinnen und Pfadfinder wird von Gruppenleitern und Teamern in Kleingruppen individuell begleitet. Ihre einzelnen Gaben und Fähigkeiten werden gezielt gefördert, um Potenziale zu erkennen und für das eigene Leben einsetzen zu können.

  3. Learning by doing
  4. Kenntnisse und Kompetenzen werden durch praktisches Erleben vermittelt. Fehler dürfen gemacht werden. Durch begleitete Experimente erlernen unsere Pfadfinderinnen und Pfadfinder selbständiges Denken und Handeln (Handlungskompetenz).

  5. Kleingruppenprinzip
  6. In kleinen Altersgruppen von 6-12 Personen trägt jedes Mitglied unter Anleitung und gegenseitiger Reflexion Verantwortung für einzelne Bereiche, gestaltet das Gruppenleben mit und erlernt soziale Interaktion (Partizipation).

  7. Verbindlichkeit
  8. Pfadfindersein verlangt von jedem Mitglied eine bewusste Entscheidung für grundsätzliche Werte und Einstellungen. Das Pfadfinderversprechen1 wird öffentlich abgelegt und ebenso regelmäßig diskutiert und reflektiert, wie die Pfadfinderregeln.

  9. Kluftgrundsatz
  10. Die Pfadfinderkluft (Hemd, Halstuch, Knoten) trägt die innere Verbundenheit durch gemeinsame Werte nach außen. Modernem Marketing und Konsumorientierung wird bewusster begegnet. Der Stärkere einer Kleingruppe hilft dem Schwächeren (Teamgeist).

  11. Koedukation
  12. Die Kleingruppen sind nach Altersstufen zusammengestellt, so dass altersgerecht gelebt und gelernt werden kann. Grundsätzlich sind die Geschlechter gemischt. Für geschlechtsspezifische Bedürfnisse werden besondere Angebote gemacht.

Pfadfinderversprechen

"Ich verspreche, als Pfadfinder alles zu tun,

  1. um Gott die Ehre zu geben,
  2. meinen Nächsten zu achten
  3. und Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen."

Pfadfinderregeln

  1. Ein/e PfadfinderIn ist ehrlich gegenüber sich und den anderen, auf sein/ihr Wort ist Verlass.
  2. Ein/e PfadfinderIn ist zuverlässig.
  3. Ein/e PfadfinderIn steht zu seinem/ihrem Glauben und achtet den Glauben anderer.
  4. Ein/e PfadfinderIn ist Freund/in aller Menschen und Bruder/Schwester aller PfadfinderInnen.
  5. Ein/e PfadfinderIn trägt Sorge zu allem Leben und zur Natur.
  6. Ein/e PfadfinderIn ist freundlich, höflich und hilft wo er/sie kann.
  7. Ein/e PfadfinderIn nimmt sich zusammen und kann sich in die Gemeinschaft einfügen.
  8. Ein/e PfadfinderIn ist bereit Schwierigkeiten zu überwinden.
  9. Ein/e PfadfinderIn ist fleißig, sparsam und kann verzichten.
  10. Ein/e PfadfinderIn ist kritikfähig und bereit, Verantwortung zu übernehmen.
  11. Ein/e PfadfinderIn ist ALLZEIT BEREIT!

Sinn und Zweck der Kluft

Die Kluft ist wohl das allgemeinhin bekannteste Erkennungszeichen eines Pfadfinders. Obwohl sie tatsächlich militärischen Ursprungs ist (sie wurde den Diensthemden südafrikanischer Polizisten nachempfunden), wird sie fälschlicherweise oft als "Uniform" bezeichnet, was sie aber nicht sein soll und darf. Sir Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, benötigte 1907 eine einfache und praktische Kleidung für seine Boy-Scouts und wählte diese Form.

Fünf Gründe, warum wir die Kluft tragen:

  1. Sie ist ein Erkennungszeichen der Pfadfinder in der Öffentlichkeit. Viele Menschen assoziieren mit der Kluft automatisch Pfadfinder. Ein gewisser Werbeeffekt ist dabei auch durchaus beabsichtigt.
  2. Sie ist Erkennungszeichen der Pfadfinder untereinander, denn in Deutschland gibt es viele verschiedene Pfadfindergruppierungen (Bünde und Verbände). An der Farbe des Hemdes und der Bundeslilie auf der Brusttasche erkennt man die Bundes-/Verbandszugehörigkeit des Trägers.
  3. Sie verdeckt soziale Unterschiede, denn in einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche es als notewendig erachten, teuere Markenklamotten zu tragen, um von anderen anerkannt zu werden, ist die Kluft ein Instrument, diese äußeren Unterschiede in der Gruppe nicht in den Vordergrund zu spielen. Bei uns kommt es nicht auf die Marke der Kleidung und teures Outfit an. Wichtig ist der Mensch in der Kluft und nicht sein Äußeres.
  4. Sie ist Symbol unserer Gemeinschaft. Ähnlich einem Trikot im Sportverein macht die Kluft die Zugehörigkeit zur weltweiten Gemeinschaft der Pfadfinderinnen und Pfadfinder deutlich.
  5. Sie ist Arbeitskleidung für alle Gelegenheiten und auf Lagern und Fahrten einfach ein praktisches und funktionales Kleidungsstück. Zudem lässt sich das Halstuch, das standardmäßig zur Kluft gehört, sehr vielseitig einsetzen. Militärkleidung dagegen, die ebenfalls sehr strapazierfähig ist, wird bei uns nicht gerne gesehen.

Gesellschaft, zu der wir gehören

Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend sind Teil unserer Gesellschaft. Diese benötigt engagierte Menschen mit sozialer Kompetenz. Kinder und Jugendliche sollen zu aktiven Mitgliedern werden, die unsere Gesellschaft tragen und mitgestalten.

Im Umgang miteinander erfahren sie die Unterschiedlichkeit von Meinungen und Lebensweisen. Diese Erfahrung befähigt sie, Brücken zwischen sozialen Schichten zu bauen. Für sich und andere Verantwortung zu übernehmen, ist Merkmal ihres gesellschaftlichen Handelns. Dies drückt sich besonders durch ihr Engagement in sozialen und politischen Projekten aus.

Gemeinde, die wir lieben

Kinder und Jugendliche sollen sich in der Gemeinde zu Hause und in ihren vielfältigen Bedürfnissen und Ansichten angenommen fühlen. Gemeinde mit Jesus Christus als Zentrum des Glaubens dient als Übungsfeld für Mitgestaltung, Übernahme von Verantwortung, sowie Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Glaubens.

Zeitgemäße Gottesdienste, ehrlicher Austausch, sowie Offenheit und Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen, Vorlieben und Bedürfnissen schaffen eine attraktive Identität. Altersübergreifende Kontakte und Wachstum werden möglich.

Wir wünschen uns eine wechselseitig bereichernde, partnerschaftliche Gemeinschaft, begeistert gelebt durch intensives Interesse an Teamern und Mitgliedern der CPA, gemeinsam gestalteten Gottesdiensten, ansprechenden Gruppenräumen und finanzieller Unterstützung.

Zusammenarbeit, die sich auszahlt

Unsere Strukturen und praktische Arbeit sind geprägt von echter Mitgestaltung aller Mitglieder, verantwortlichem Handeln, gegenseitiger Akzeptanz und hoher Identifikation.

Auf Orts- und Landesebene treffen Vorstände und Mitglieder je nach ihrem Alter in Wahlen und Beschlüssen alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam. Eine Vielfalt von Projektteams und Arbeitsgruppen für Konzepte, Veranstaltungen, Ausbildung, Mitarbeit in öffentlichen Gremien und Öffentlichkeitsarbeit schafft Möglichkeiten, eigene Stärken einzubringen und auszubauen.

Eine fundierte Ausbildung durch erfahrene Mitarbeiter über die Fähigkeiten zum Erwerb der JugendleiterCard hinaus gewährleistet kompetente Gruppenarbeit. Networking in gemeinsamen regionalen Projekten erweitert Horizonte und hilft, persönliche Beziehungen zu bauen.

Kinder und Jugendliche werden so zu Mündigkeit, Verantwortung und Teamfähigkeit in einem demokratischen Umfeld herangeführt und für ihre Aufgaben vorbereitet. Größte Motivation hierbei sind Möglichkeiten zur intensiven Mitgestaltung der CPA.

Hierzu dienen auch unsere Strukturen. Vorstände und Beiräte sind nach unserem Verständnis von Leiterschaft Werkstätten für Visionen, offene Diskussionsforen zur Meinungsbildung und Organe zur verantwortlichen Entscheidungsfindung. Ihre Mitglieder sind Multiplikatoren in der praktischen Arbeit und Kommunikation unter unseren Mitgliedern, sowie „Ermöglicher“ für eigene Initiativen von Mitgliedern und Ortsgruppen.