Seit meiner Kindheit habe ich den Wunsch, Pastor zu sein. Ich erinnere mich daran – oder zumindest tut das ein Foto in meinem Fotoalbum –, dass ich als fünf- oder sechsjähriger Junge mit Papas Krawatte und Aktenkoffer in der Küche stehe und in die Kamera grinse. Ich werde mal Pastor, so wie mein Papa!
Seit damals haben mich viele kleine und große Erfahrungen, Gespräche und Begegnungen auf diesem Weg bestärkt. Inzwischen lebe ich meinen Kindheitstraum und arbeite als Pastor. Angefangen in der Region Gießen, dann in Koblenz und jetzt hier in Darmstadt, ist es mir nach wie vor eine Ehre und ein Privileg, mit so vielen verschiedenen und engagierten Leuten gemeinsam Kirche zu bauen und Menschen auf ihrem Weg mit Gott begleiten zu dürfen.
Besonders am Herzen liegen mir Kinder und Jugendliche. Deshalb freue ich mich sehr, im Darmstädter Raum unter anderem als „Pfadi-Pastor“ für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder der CPA-Marienhöhe zuständig zu sein.
In diesem Sinne: Gut Pfad!
Ich bin:
Ich liebe:
Ich mag gar nicht:
„Jeder verdient eine zweite Chance“. Wir kennen diesen Satz. Wie wunderbar, wenn er Realität wird. Ich habe in meinem Leben Entscheidungen getroffen, die mich das ein oder andere Mal in schwierige Situationen gebracht haben. Meine Mutter war alleinerziehend und Kummer mit mir gewohnt. Meine Oma sagte zu meiner Mutter: „Du wirst eines Tages noch viel Freude an deinem Sohn haben!“ – leider sah es lange nicht danach aus.
Als junger Erwachsener geschah dann ein Wandel, für den meine Familie und ich sehr dankbar sind. Ich entscheid mich für die Taufe, für ein Leben mit Gott. Ich traf Menschen, die an mich geglaubt haben und von einem Fast-Schulabbrecher wurde ich dann zu jemanden, der sein Studium mit Bestnoten abschließen konnte. Mir wurden verantwortungsvolle Aufgaben anvertraut, ich durfte einen neuen Weg gehen.
Wer hätte das gedacht? Ich für lange Zeit nicht.
Gott sieht in uns etwas, was wir nicht sehen. Er sieht unser Herz, er sieht unser Potenzial und hilft uns, es zu entdecken – auch durch liebe Menschen in unserem Umfeld. Ich bin meiner Kirche und den Menschen dankbar, die mir Vertrauen geschenkt haben, die an mich geglaubt haben. Tarotz meiner Vergangenheit.
Jetzt möchte ich mich auf die Suche machen. Menschen finden, die am Rand stehen, die übersehen werden, die vieles lieber mit sich selber ausmachen. Ich möchte meine zweite Chance nutzen und Menschen finden, die sich danach sehnen, angenommen zu werden, so wie sie heute sind.